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Tradition ist der Erfahrungsschatz im Hinblick auf Verhalten, Ideen und Kultur, der von Generation zur Generation innerhalb einer sozialen Gemeinschaft entwickelt und weiter gegeben wird. Da sich in einer Corpsgemeinschaft viele Generationen unterschiedlichster Fachrichtungen und Ansichten vereinen, ist die Tradition – die Überlieferung – ein wesentliches Element im Leben unseres Corps.
Die Kontinuität des Zusammenlebens und der Ablauf des corpsstudentischen Alltags gründet auch auf der Aufrechterhaltung und dem Leben traditioneller Werte. Wir pflegen spezielle Bräuche und Riten wie z. B. das Mensur-Fechten oder das Tragen der Verbindungsfarben auf unserem Haus und auch in der Öffentlichkeit.
Ein starres Festhalten an „alten Zöpfen“ erstickt jedoch jede Form der Evolution und Weiterentwicklung. Sich neuen Impulsen zu verschließen, sich auf „die Tradition“ zu berufen und neue Gedanken von vornherein abzulehnen, beweist geistige Unbeweglichkeit. Tradition ist kein Gesetz, auf das man sich zurückziehen kann, weil es als bewiesen gilt. Tradition ist vielmehr ein großer Fundus an Erlebtem und Verarbeitetem mehrerer Generationen, den man hegen und pflegen muss: Was positiv ist, kultivieren und pflegen wir weiter, alte Hüte oder nicht mehr sachgerechte Regeln werfen wir über Bord. Es gehört viel Feingefühl dazu, hierbei die Spreu vom Weizen zu trennen. Besonders in diesem Punkt zeigt sich aber die Fähigkeit unserer corpsstudentischen Gemeinschaft, in gegenseitigem Verstehen und Überzeugen den richtigen Weg zu finden.
Die Aufrechterhaltung von Tradition und die stete Diskussion um Tradition ist sicher einer der Gründe, warum das Verbindungswesen im Allgemeinen, trotz zahlreicher wirtschaftlicher und politischer Wirren, über nunmehr 200 Jahre Bestand hat.
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