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Das autonome Fahrzeug

Pfälzer-Westfalenkolloquium am
24.01.2019 um 20 hct adH

Mensur

Der studentische Fechtkampf des Verbindungswesens ist die "Mensur". Jedes Mitglied einer "schlagenden" Verbindung muss eine bestimmte Anzahl an Mensuren fechten, beim Corps Palatia-Guestpahlia drei. Bei diesen „Pflichtmensuren“ spricht man auch von „Bestimmungsmensuren“, weil hierbei zwei ebenbürtige, gleich starke Fechter aus unterschiedlichen Verbindungen einander zugewiesen werden. Es handelt sich also nicht um ein Duell, sondern vielmehr um einen Zweikampf zwischen gleichwertigen "Paukanten".

Die Mensur unterliegt genauen Regeln, dem sog. „Comment“. Danach stehen sich die Paukanten in einem definierten Abstand gegenüber, im Gegensatz zum Sportfechten ist allerdings ein Rückwärtsgehen zur Defensive oder ein Vorwärtsstürmen im Angriff nicht erlaubt. Vielmehr ist Standhaftigkeit im übertragenen wie im wörtlichen Sinne gefordert.  Wie beim Sportfechten jeder Sportler einen „Obmann“ hat, so hat bei der Mensur jeder Paukant seinen eigenen „Sekundanten“, der ihn vor Regelwidrigkeiten aktiv schützt.

Zudem gibt es, wie in jeder anderen Sportart auch, einen Unparteiischen, der den Ablauf überwacht, und einen Protokollanten, der den Zeitrahmen überwacht und die Entscheidungen protokolliert.

Das akademische Fechten ist trotz des Umgangs mit „scharfen Waffen“ eine sichere und berechenbare Sportart. Verletzungen, wie sie bei den Ballsportarten vorkommen können (Verstauchungen, Bänderrisse, Meniskusschäden), treten nicht auf. Frakturen wie z.B. beim Skifahren oder Skaten kommen ebenfalls nicht vor. Todesfälle, wie sie auch heute noch bei einigen Sportarten geschehen, sind für das akademische Fechten nur aus der Zeit des vorletzten Jahrhunderts, als noch ohne Bandagen und „auf Blut und Ehre“ gefochten wurde, beschrieben worden. Sensible Bereiche (Hals, Nase, Augen, Ohren) sind durch sichere Bandagen und eine Stahlbrille geschützt.

Seine eigene Technik, der Comment und nicht zuletzt die Unterstützung durch die Sekundanten helfen den Paukanten, die Mensur sicher zu überstehen. Für den dennoch möglichen Fall einer Verletzung während der Mensur sind immer zwei erfahrene Ärzte anwesend, die auch darauf achten, dass die im Einsatz befindlichen Waffen (sog. „Schläger“) laufend desinfiziert werden. Die Zeiten, in denen angeblich Salz oder Pferdehaare in die Schnittwunden eingelegt wurden, sind lange schon und definitiv vorbei.